Das perfekte Feedback-Gespräch

Das perfekte Feedback-Gespräch

Das ungeliebte Kind unter den Führungsmethoden ist das Feedback-Gespräch. Zu Unrecht, denn das Feedback-Gespräch ist womöglich die effizienteste Methode, um langfristig erfolgreiche Teams aufzubauen. Als Anführer müssen Sie Feedback-Gespräche beherrschen! Das ist Ihre Symphonie und mit diesem Blogpost möchte ich Ihnen die passenden Musiknoten für dieses Meisterstück liefern.

Vorurteile ausräumen

Zunächst müssen wir uns damit beschäftigen einige Dinge zu vergessen. Ganz oben auf der Liste steht das berühmte Sandwich-Prinzip: ein bisschen loben, ein bisschen kritisieren, wieder ein bisschen loben. Glauben Sie wirklich, dass ein Mensch, der Ihnen zuhört, dies nicht durchschaut? Und wie kommt sich diese Person vor, wenn Sie weiß, dass Sie nur die netten Dinge gesagt haben, um in der Mitte den Inhalt Ihrer Botschaft zu überbringen. Das führt uns direkt zum nächsten Vorurteil: Feedback-Gespräche sollen Mängel abstellen. Das bedeutet, dass Sie nur ein solches Gespräch organisieren, wenn es Mängel gibt, die Sie abstellen wollen. Auch das merken die Teammitglieder sofort und bedenken Sie mit welcher Laune ein/e Mitarbeiter/in zu Ihnen ins Gespräch kommt, wenn klar ist, dass es ein Problem gibt. Hier ist auch der dritte Fehler enthalten: zu Ihnen ins Gespräch kommen. Das perfekte Feedback-Gespräch ist gar nicht ein Gespräch bei Ihnen im Büro, es sind viele Gespräche an den Orten des Geschehens. Insgesamt ist es ein großer Dialog, der in regelmäßigen Abständen unterbrochen und später fortgesetzt wird.

Merken Sie sich diese drei Dinge:

  1. Mitarbeiter fallen nicht auf hübsch verpackte Kritik rein.
  2. Feedback-Gespräche dienen nicht einzig und allein dem Aufzeigen von Fehlern.
  3. Punktuelle Feedback-Gespräche bringen nur punktuellen Erfolg und helfen Ihnen langfristig nicht.

Simphonie musizieren

Um das Feedback-Gespräch zu meistern müssen Sie den Ton und den Takt beherrschen. Der Ton ist der Inhalt des Feedbacks. Fangen Sie an, die Arbeit Ihrer Teammitglieder stetig zu betreuen, denn nur dann können Sie feststellen, was Ihr Team richtig macht. Genau: achten Sie darauf, was richtig läuft. Sie wollen mehr davon, also sollten Sie jede Chance nutzen, um die gut laufenden Dinge zu erwähnen und zu bestärken. Hinterfragen Sie, was Ihnen nicht gefällt und loben Sie explizit, was Ihre Mitarbeiter/innen wiederholen und ausbauen sollen. Das ist der Ton und wenn alle aus dem Team Ihr Feedback als eine positive Auseinandersetzung begreifen, machen Sie es richtig.

Kommen wir zum Takt: Wie oft und wann sollten Sie Feedback-Gespräche führen? Die Antworten dieser Fragen hängen von der Größe Ihres Teams, von der Intensität der Arbeit und von der Erfahrungsstufe der Mitglieder ab. Die Anzahl der Mitarbeiter/innen wird Sie in Ihren Möglichkeiten limitieren. Natürlich wird eine Führungsperson mit einem 20-köpfigen Team nicht jeden im Team so betreuen können, wie eine Führungsperson mit nur vier Personen im Team. Dieser Faktor wirkt sich also auf den Takt aus, aber Sie können diese Wirkung kaum steuern. Sie sollten deshalb darauf achten, wie erfahren die Mitarbeiter/innen sind. Spezialisten brauchen in der Regel seltener Feedbacks, weil sie schon sehr gut sind. Anfänger und Neulinge brauchen überproportional viel Feedback. Desweiteren sollten Sie während intensiven Arbeitsphasen (also wenn die Frequenz der Aufgaben hoch ist) öfter kurzes Feedback geben, damit das Team nicht mit vollem Elan gegen eine Wand rennt. In weniger intensiven Phasen können Sie seltener, aber dafür tiefgründigeres Feedback geben. Nutzen Sie die ruhigen Momente, um Tiefenwirkung zu erzielen.

Was Ihnen zuletzt fehlt, um diese Simphonie zu spielen ist jede Menge Übung. Probieren Sie es doch mal aus, einen Monat lang jeden Tag drei qualitative Feedbacks zu geben. Dies wird Sie nicht nur schulen, sondern auch Ihrem Team die Angst nehmen, Feedback zu erhalten. Viel Erfolg!

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